museumssterne | museen basel offen für behinderte

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Rede des Projektleiters

Preisverleihung museumssterne***
am Donnerstag, 22. November 2007,
im Naturhistorischen Museum Basel


Sehr geehrter Herr Dr. Meyer
Sehr geehrter Herr Koechlin
Sehr geehrte Preisträger
Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Mitglieder der Jury und der Projektgruppe

Ich freue mich, dass wir bereits zum zweiten Mal - und erst noch im Hause eines letztjährigen Gewinners - die Preisverteilung im Wettbewerb "museumssterne*** - museen basel offen für behinderte" feiern dürfen.

2004 ist in der Zusammenarbeit der beiden Abteilungen des Erziehungsdepartementes, Museumsdienste Basel und Erwachsene Behinderte, dieser Ideen-Wettstreit um attraktive Basler Museen für Behinderte und Betagte Besucherinnen aus der Taufe gehoben worden. In der Rückschau habe ich die Anfänge etwas harzig in Erinnerung. Immer wieder stellten wir uns die Frage, ob unser Anliegen auch auf genügend Interesse stossen würde.

Doch bereits im ersten Wettbewerbsjahr durften wir erleben, dass die Basler Museen sehr wohl erkannt haben, dass Massnahmen und Angebote für Behinderte eine Öffnung und Verbesserung für alle bedeuten können. Auch die Sorge, ob für das zweite Jahr wiederum auszeichnungswürdige Projekte eingehen würden, hat sich rasch verflüchtigt. Wir werden Ihnen die Beiträge einzeln vorstellen, und Sie werden sehen, eigentlich hätte jedes Projekt einen Preis verdient.

Als wir im Februar 2006 die Basler museumssterne*** an einer Tagung im Kunstmuseum Bonn zum Thema "Wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit für barrierefreie Museumsangebote" vorstellen durften, erlebten wir eindrücklich, dass wir mit unserer Vision vom "Museum für alle" nicht alleine dastehen. Und im kürzlich erschienen Handbuch "Das barrierefreie Museum; Theorie und Praxis einer besseren Zugänglichkeit" ist dem Basler Projekt museumssterne*** ein ganzer Artikel gewidmet.

Ich zitiere aus dem Klappentext: "Das barrierefreie Museum - dieses Thema gewinnt in der deutschen und europäischen Museumslandschaft zunehmend an Bedeutung. Indem sich Museen vermehrt auf die Bedürfnisse älterer und behinderter Museumsbesucher einstellen, tragen sie in wachsendem Maße ihrem bildungspolitischen und gesellschaftlichen Auftrag Rechnung."

An anderer Stelle heisst es: "Der Weg in eine Zukunft ohne Barrieren, in der sich behinderte und nicht-behinderte Menschen partnerschaftlich begegnen, stellt hohe Ansprüche an alle. Sich gemeinsam auf diesen Weg zu begeben bedeutet aber auch, Teil einer Bewegung zu sein, deren Ziel es ist, möglichst alle Menschen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen."

Und ich muss zugeben, es erfüllt uns ein wenig mit Stolz, mit Ihnen zusammen Teil dieser Bewegung zu sein, die ja auch dazu beiträgt, daß Basel im nationalen und internationalen Vergleich den zeitgemässen Anforderungen an eine bedeutende Museumsstadt genügt.

Der Wettbewerb "museumssterne*** - museen basel offen für behinderte" läuft weiter, und wir hoffen auch fürs Jahr 2008 auf innovative Eingaben. Wir möchten deshalb Sie, liebe Museumsfachleute, ermuntern, Pläne zu schmieden, Projekte auszuhecken und bei den museumssternen*** als Wettbewerbsbeitrag einzugeben. Nehmen Sie dazu ruhig auch unsere Beratung in Anspruch.

Danken möchten wir allen, welche die museumssterne*** 2007 unterstützt haben. Dazu gehören

  • die Stiftung Horizonte,
    der Verein zmittsdrin,
    die Vereinigung Cerebral,
    das Erziehungsdepartement der Basel-Stadt
  • und die Firma Hueskes Orthopädie, Dr. Daniel Hueskes und Benjamin Huskes.

Zudem danken wir auch den Gönnern, die nicht genannt sein wollen.

Die Jury-Mitglieder von 2006 haben sich auch in diesem Jahr wieder zur Verfügung gestellt. Das hat sich günstig auf die Kontinuität ausgewirkt und uns die Arbeit sehr erleichtert. Unser Dank geht an

  • Eric Bertels, Leiter der Bauberatung der Pro Infirmis Basel
    Prof. Dr. Peter Blome, Direktor des Antikenmuseums und z.Zt. Vorsitzender der Museumsdirektorenkonferenz
    Pina Dolce, Malerin, die die Sichtweise von Sehbehinderten einbrachte,
    die freie Ausstellungsgestalterin, Ursula Gillmann,
    Sabine Horvath, Leiterin des Standort-Marketings Basel
  • und Gerda Winteler, sozio-kulturelle Animatorin, die uns auf die Anliegen der Gehörlosen sensibilisierte.

Zur Jury gehören auch die Mitglieder der Projektgruppe:

  • Martin Haug, Beauftragter des Kantons Basel-Stadt für die Gleichstellung und Integration von Menschen mit einer Behinderung
    Sandra Hughes, Museumsdienste
  • und ich, als Projektleiter.

Die Aufgabe der Jury war nun, die Wettbewerbseingaben aus den Bereichen

  • Information
  • Zugänglichkeit
  • Ausstellung
  • Veranstaltungen

nach folgenden Kriterien zu beurteilen:

  • Sind die Bedürfnisse von Behinderten und Betagten beispielhaft berücksichtigt?
  • Können die Angebote von dieser Besuchergruppe selbständig und ohne Hilfe genutzt werden?
  • Führt das Projekt zu Begegnungen zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen?
  • Ist das Projekt neu, originell und weist es in die Zukunft?

Die Jury hatte eine schwierige Aufgabe zu lösen, denn nicht alle eingereichten Projekte liessen sich so ohne weiteres nach unserem schematischen Kriterien-Katalog beurteilen. Und zu guter Letzt hatten wir es auch mit einem Zielkonflikt zu tun: Gerne hätte wir jedem Projekt einen Preis zukommen lassen - alle wären es wert gewesen - natürlich abgestuft zwischen Aufmunterung und Stern. Aber dagegen spricht die beschränkte Preissumme - und letztlich ist es eben das Wesen des Wettbewerbes, die Anzahl der Gewinner zu beschränken. Trotzdem, Verlierer gibt es keine: Gewonnen haben alle teilnehmenden Museen mit ihren behinderten und betagten Besucherinnen und Besuchern.

Beat Ramseyer
Projektleiter museumssterne***

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