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sinn-reich
im museum

Sinnestage
im Pharmazie-Historischen Museum der Universität Basel

Innenhof


Zielsetzung

Das Pharmazie-Historische Museum Basel will für Menschen mit einer Behinderung die Zugänglichkeit zu den Museumsinhalten verbessern. Da der Ort ohne besondere Angebote für viele Menschen mit Behinderungen nahezu unerreichbar ist, sollen diese Barrieren an jeweils zwei Veranstaltungstagen pro Jahr überwunden werden. Hierfür werden die Vielfalt der Sinne in den Vordergrund gerückt und die Museumsinhalte und Museumsobjekte sinn-reich erlebbar gemacht. Diese Angebote sind sowohl auf Menschen mit einer Behinderung ausgerichtet, aber auch für weitere Interessierte offen und werden breit kommuniziert. Das Projekt hat dadurch bewusst integrativen Charakter.

Kurzbeschreibung

Das alte Apothekerhandwerk umfasst ein sehr sinn-reiches Gebiet: duftende Kräuter und Arzneipflanzen; schön gestaltete, dreidimensional erfassbare Gerätschaften; das praktische, alte Handwerk zur Herstellung von Pillen, Salben, Zuckerwaren; allerlei Geschichten, Anekdoten und spannende Informationen aus dem volksmedizinischen Bereich; Vorstellungen über Gesundheit und Krankheit in verschiedenen Zeiten…..

An den Sinnestagen werden Objekte, die sonst entweder hinter den Vitrinen oder im Museumsdepot liegen, hervorgeholt. Sie können bei Demonstrationen, Workshops und Installationen im Museum durch Tasten und Riechen erfahren werden.

Ideen für Angebote:
  • Sinnesparcour zu Heilkräutern
  • Apothekergerätschaften wie Mörser, Salbentöpfe, Pillenbretter, Waagen, Gewichte, Arzneibecher, etc. tastend erkunden und dabei einiges über das Apothekerhandwerk erfahren
  • Kurzführungen durch das Museum in Begleitung einer Gebärdendolmetscherin
  • einen feinen Tee oder Sirup trinken. Heute eine Genussform, früher Arznei!
  • Kräuter und andere Arzneipflanzen kennen lernen
  • Salbe herstellen, Pillen produzieren, ätherische Öle destillieren
  • Destillierwerkstatt

Die Sinnestage werden speziell für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen konzipiert. Entsprechend des Angebots werden Behindertenorganisationen gezielt auf das Programm aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wird es als attraktiver Event-Tag dem breiten Publikum vorgestellt, das ebenfalls ein Interesse an einer sinnlichen Erfahrung im Museum hat. Das Pharmazie-Historische Museum erhofft sich dadurch eine integrative Wirkung.

Ausgangslage

Das "Apothekenmuseum" umfasst Sammlungen von alten Medikamenten und Apotheken, von Laborutensilien, Keramik, Instrumenten, Büchern, Kunst und Kunsthandwerk. Das Museum wurde 1925 eröffnet und konnte durch glückliche Zufälle bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben. Die Sammlung wurde für wissenschaftliche Zwecke genutzt und diente als Schausammlung der Universität. Es stellt heute in seiner Präsentationsart ein wichtiges Zeitdokument der 1920er und 1930er Jahre dar, ist also eine Art "Museum im Museum". Das Museum befindet sich in einem Altstadtgebäude, wo einst Paracelsus und Erasmus aus- und eingingen. Die Ausstellungsräume sind klein und über zwei Stockwerke verteilt. Sie sind nicht rollstuhlgängig. Sehr attraktiv ist der Museumshof, welcher über das alte Pharmazeutische Institut per Lift mit dem Rollstuhl erreicht werden kann. Das Museum wird oft mit einer Führung besucht und es finden immer wieder praktische Workshops statt (Kosmetik-; Seifen- und Duftkurse).

Angebote für Menschen mit Behinderungen finden zurzeit vor allem im Bereich "Veranstaltungen" statt, in Form von erweiterten Führungen (v.a. für seh-, hör- und sprachbehinderte BesucherInnen). Die Räumlichkeiten sind für Menschen mit einer Gehbehinderung nicht oder nur schwer zugänglich, und die Ausstellung kann in ihrer ursprünglichen Form nicht verändert werden.

Zielgruppe

Menschen mit einer Sinnesbehinderung, aber auch Menschen, die mit verschiedenen Sinnen die Welt des "Apothekenmuseums" kennen lernen möchten.

Zeitrahmen

Pro Jahr finden zwei Sinnestage statt. Gestartet wurde im 2008 mit einem ersten Tag.
Über eine Fortführung der Reihe wird nach einer Auswertung der ersten drei Veranstaltungen entschieden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Behindertenorganisationen der Region werden direkt kontaktiert und eingeladen. sinn-reich im museum wird aber auch über die normalen Medien kommuniziert (Museumsverein, museen basel, BaZ, ..). Die Medien werden vorinformiert und eingeladen.

Kosten

Die Kosten für sinn-reich im museum sind Bestandteil des laufenden Museumsbudgets.

Kontaktperson

Martin Kluge: 061 264 91 15 oder Mail
Corinne Eichenberger: 061 264 91 16 oder Mail


Partner, andere beteiligte Organisationen

Im Vorfeld der Planung werden Betroffene und Organisationen kontaktiert. So können besondere Interessen und Bedürfnisse gezielter erfasst und nach Möglichkeiten umgesetzt werden.

Ausblick

Wir streben eine Fortsetzung der Reihe "sinn-reich - Sinnestage im Museum" an, unter Vorbehalt einer Evaluation der ersten Sinnestage. Wie weit in Zukunft eine Fokussierung auf eine bestimmte Form der Behinderung notwendig sein wird oder das Angebot auf weitere Zielgruppen ausgedehnt werden soll, muss die Evaluation ergeben.

Die an den Sinnestagen gemachten Erfahrungen sollen so weit möglich in den normalen Museumsalltag einfliessen. Denkbar wären zum Beispiel permanente Angebote für Gruppen mit Sinnesbehinderungen im Rahmen von dialogischen Führungen oder spezifischen Workshops.

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